Der Labrador Retriever ist ein fröhlicher und anpassungsfähiger, robuster und doch sensibler Hund. Seine Leidenschaften sind das Wasser und das Apportieren.

Meine absolute Lieblingshunderasse nach dem geretteten Tierheimhund ist der Labrador Retriever. Ich hatte bereits die Freude, mehrere Jahre von einem Labrador durchs Leben begleitet zu werden und ich kenne inzwischen auch sehr viele Labradore. Bevor ich mit diesem neuen Webprojekt beginnen konnte, trat allerdings der absolute schlimmste Fall ein, mein eigener Labrador starb und so machte diese Seite hier plötzlich wenig Sinn, wollte ich doch eine tolle Freundin meines eigenen Hundes vorstellen (mit der, hätte mein Labrador eine Zuchtzulassung, ich mir durchaus tollen Nachwuchs hätte vorstellen können). Aber manchmal kommt es anders und das schneller als man denkt. Leider.

Der Labrador Retriever und seine Probleme

Daher gibt es hier nun jede Menge Infos rund um den Labrador. Bilder dürfen natürlich auch nicht fehlen. Ein Schwerpunkt werden aber seine Probleme sein. Das passt auch zur ganz ursprünglichen Seite Labrador Paula, denn auf dieser war ein Forum installiert. Und wann schreiben Menschen besonders häufig in Foren? Richtig, wenn sie Probleme haben. Wobei ich nicht in Abrede stellen möchte, dass man auch aus Freude in einem Forum etwas schreibt, besonders häufig gibt es aber, gerade in Hundeforen Problemberichte und Hilferufe.

Labrador Retriever Rasseporträt

Hier ein paar Eckdaten zum Labrador Retriever.

Namen: Labrador Retriever, Labrador, Labbi, Lab
Größe: Rüden: 56 bis 57 Zentimeter

Hündin: 54 bis 56 Zentimeter

Gewicht: Rüden: etwa 29 bis 36 Kilogramm.

Hündin: etwa 25 bis 32 Kilogramm.

Herkunft: Großbritannien
Fell: kurz, dicht und hart mit wetterbeständiger Unterwolle. Leicht fettig. Pflegeleicht.
Farben: schwarz, schokoladenbraun, gelb (hellcreme bis fuchsrot), kleiner weißer Brustfleck wird toleriert
Lebenserwartung: 10 bis 14 Jahre, im Durschnitt 12 bis 13 Jahre
Charakter und Wesen: ausgeglichen, freundlich, zutraulich, sanft, kontaktfreudig, eifrig, wasserliebend, weiches Maul (Weichmaul, hängt mit dem Apportieren zusammen), anhänglich
FCI Rassestandard Nummer Nummer 122
FCI Einordnung: Gruppe 8, Sektion 1: Apportierhunde (mit Arbeitsprüfung)
Aktivitätsbedarf: Hoch
Futterbedarf: Hoch
Aufwand Fellpflege: Gering
Stadteignung: Ja, bei genügender Auslastung, Beschäftigung, Freilauf oder Sport möglich, aber ohne besser nicht.
Wohnungseignung: Ja, bei genügend Auslastung, Beschäftigung, Freilauf oder Sport möglich.
Beachten: Treppen sollten wegen seiner HD Neigung vermieden werden.

Bei Größe und Gewicht handelt es sich um die Angaben aus dem Rassestandard!

Aussehen Labrador

Der Labrador wird oft zu den großen Hunderassen gezählt, hier gehört er aber zu den kleineren Vertretern der Rasse Hund. Er ist mittelgroß und kräftig, wobei es eine ziemliche Spannbreite gibt. Ich kenne (und ich meine nicht die Mini Labradore) kleine und zierliche Labrador Retriever (vor allem Hündinnen) die keine 30 Kilogramm auf die Waage bringen und kräftige große Rüden, die ohne Übergewicht zu haben, dennoch an der 50 Kilogramm Marke kratzen. Unser eigener Labrador hatte bei Idealgewicht 44 Kilogramm. Da eine Eigenschaft des Labradors durch aus auch seine Verfressenheit ist, sollte man auch auf dessen Gewicht achten.

Zwei Arten Labrador Retriever

Es gibt zwei Arten von Labrador Retriever. Hunde der Showline, die eher kräftig und groß sind. Und es gibt eben die Arbeitshunde, die kleiner, man könnte fast sagen agiler sind. Wir hatten einen Hund aus der Showline (was aber Zufall war, uns war der Unterschied vorab nicht bewusst).

Farben und Fell Labrador Retreiver

Das Fell des Labradors ist kurz. Er hat Unterwolle. Auf der Rückenlinie zeigt sich oftmals die eine oder andere Welle (von Locken zu sprechen wäre bei der Felllänge übertrieben). Das Fell ist leicht fettig, was dafür sorgt, dass Wasser abperlt. Den Labrador ist immer einfarbig. Es gibt ihn in den Farben schwarz, braun (chocolate) und blond (gelb, golden). Wobei blond nicht blond ist. Es gibt sehr helle Hunde und es gibt eher goldfarbene Hunde. Bei unserem Labrador war es so, dass er sehr hell war. Man konnte ihn zwar guten Gewissens als einfarbig bezeichnen, dennoch hatte das Fell nicht überall die gleiche Farbintensivität.

Haare laut Rassestandard: Kennzeichnendes Merkmal, kurz, dicht, nicht wellig, ohne Befederung, fühlt sich ziemlich hart an; wetterbeständige Unterwolle.

Farbe laut Rassestandard: Einfarbig schwarz, gelb oder leber/schokoladenbraun. Gelb reicht von hellcreme bis fuchsrot. Ein kleiner weißer Brustfleck ist statthaft. Anmerkung: Silber ist keine anerkannte Fellfarbe beim Labrador.

Charakter und Wesen Labrador Retriever

Der Labrador Retriever ist meist ein aktiver und eben auch arbeitsfreudiger Hund. Wobei sich Aktivitätslevel und Arbeitsfreude durchaus zwischen den beiden Linien unterscheiden kann. Ein Hund aus der Arbeitslinie braucht meist mehr Beschäftigung (und damit ist kein stupides Laufen, sondern echte Arbeit gemeint) als ein Hund aus der Showlinie. Egal ob Arbeitslinie oder Showlinie, der Labrador Retriever liebt Menschen, auch kleine bzw. Kinder. Er ist meist zu allen Menschen freundlich, was ihn nicht gerade zum guten Wachhund macht. Wobei Wachtrieb und Schutztrieb vom Rassestandard her auch unerwünschte Eigenschaften wären, ebenso wie Schärfe. Die meisten Labrador Retriever sagen daher auch über die Wachhund-Eigenschaften ihres Labis: Käme ein Einbrecher, würde der Labrador mit ihm spielen. Höchstens wenn der Einbrecher den Lieblingsball mitnehmen wollte, könne dieser das krummnehmen.

Der Labrador möchte gefallen

Der Labrador möchte seinem Besitzer gefallen. Diese Eigenschaft wird inzwischen auch bei uns gerne als will to please bezeichnet. Verbunden wird diese Eigenschaft mit einem sensiblen Wesen. Keinesfalls sollte dieser Wille zu Gefallen mit Selbsterziehung verwechselt werden.

Für wen ist der Labrador geeignet?

Der Labrador ist ein aktiver Hund. Man sollte also lange Spaziergänge einplanen und ihn auch mindestens mit Nasenarbeit zusätzlich auslasten. Schlechtes Wetter sollte einem selbst wenig ausmachen. Natürlich verzeiht der Labrador, wenn ein, zwei, drei Spaziergänge ausfallen, aber einen ganzen deutschen Schmudelwetter-Herbst wird man selbst mit ausgefallenen Suchspielen in der Wohnung nicht aussitzen können. Ist man genügend unterwegs, kann man diese Hunderasse übrigens durchaus auch in einer Wohnung halten, wegen seiner Neigung zu Hüftdysplasie (und weil man einen ausgewachsenen Labrador Retriever kaum selbst tragen kann), sollte man aber die Zahl der Treppen im Auge behalten.

Labrador benötigt Familienanschluss

Beachten sollte man außerdem, dass der Labrador unbedingt auch Familienanschluss braucht. Es ist kein Hund, den man nur im Hof hält und den man dann abends gute Nacht sagt, wenn er auf der anderen Seite der Tür draußen bleiben soll. Man sollte den Labrador als richtiges Familienmitglied ansehen.

Labrador für Berufstätige?

Mit Berufstätig ist jetzt natürlich nicht das zu Hause arbeiten gemeint, dafür eignet sich der Labrador Retriever sogar in jungen Jahren bzw. als Welpe, wenn man dann natürlich oft mal unterbrechen kann, um mit ihm rauszugehen oder eine Spielrunde einzulegen (mit zunehmenden Alter des Hundes bestimmt man mehr und mehr dann auch den Zeitplan), sondern das Außerhaus arbeiten. Ich möchte jetzt nicht sagen, dass jemand, der den ganzen Tag arbeiten geht, keinen Labrador halten darf. Aber man sollte sich wirklich überlegen, ob man das diesem Hund wirklich antun möchte, ihn jeden Tag neun oder zehn Stunden alleine zu lassen. Man kann einen ausgelasteten Labrador natürlich auch mal alleine lassen, aber jeden Tag und regelmäßig wird diesem Hund, der am liebsten mit seiner Bezugsperson zusammen sein möchte, eher nicht.

Lebenserwartung Labrador Retriever

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Labrador Retrievers wird mit 10 bis 14 Jahren angegeben. Etwas genauer sind meist die zwölf bis 13 Jahre, die ebenfalls als Durchschnitt genannt werden.

Labrador Welpen

Bereits beim Welpen kann man erkennen das er sehr ausgeglichen und sehr aufgeweckt ist. Die Welpen Erziehung ist sehr angenehm, da der Welpe ein sehr anpassungsfähiger und hingebungsvoller Begleiter ist. Ein Labbi ist intelligent, eifrig und willig, mit großem Bedürfnis seinem Besitzer Freude zu bereiten. Außerdem ist er von freundlichem Naturell, mit keinerlei Anzeichen von Aggressivität oder deutlicher Scheue. All das zeigt meist auch ein Welpe, zumindest wenn er vom Züchter bereits gut sozialisiert wurde. Labrador Welpen kaufen Sie bitte bei einem dem VDH angeschlossenem Verein: (LCD, Labrador Club Deutschland) oder (DRC, Deutscher Retriever Club e.V.). Allerdings sollte man sich nicht blind auf die Vereinsmitgliedschaft des Züchters verlassen.

Labrador Welpen besser keine Treppe laufen lassen

Wie oben schon geschrieben, kann man einen ausgelasteten Labrador durchaus auch in einer Wohnung halten. Da wäre allerdings das Problem mit den Treppen, das man als verantwortungsvoller Hundehalter natürlich im Hinterkopf halten sollte. Als Welpe und Junghund sollte der Labrador wenig Treppen steigen müssen. Er gehört zu den Hunden, die schnell wachsen und ein Gewicht erlangen, das sich bei zusätzlichen Belastungen schädigend auf die noch nicht ausgereifte Knochen auswirkt. Wer jetzt sagt, gar kein Problem, dann trage ich meinen Labrador Welpen eben die Treppe hoch, bis er ausgewachsen ist, sollte bedenken, dass der ausgewachsene Labrador eben mindestens über 20 Kilogramm schwer wird, unserer hatte als Junghund bereits über 30 Kilogramm und das trägt man nicht eben die Treppe hoch.

Als er älter wurde, waren Treppen dann wieder ein Problem (der Hund nicht leichter geworden).

Und zwischendurch gab es dann auch ein, zwei Situationen, in denen er aus anderen Gründen keine Treppen laufen konnte. Tragen wäre aber wie schon erwähnt nicht gegangen. Wenn es nur um den Einstieg ins Auto geht, da kann eine Rampe weiterhelfen, in einem Treppenhaus ist dies aber meist keine Lösung.

Welche Probleme hat der Labrador Retriever?

Ohne zu recherchieren fallen mir (und wahrscheinlich vielen anderen Freunde dieser tollen Hunderasse) zwei Dinge sofort ein:

  • Übergewicht.
  • Hüftdysplasie

Beides sind Probleme mit denen auch unser Labrador zu kämpfen hatte. Wobei sich sein Übergewicht besser in den Griff bekommen ließ, als die Hüftdysplasie. Allerdings hatte das Übergewicht große Auswirkungen auf die Dysplasie. Ein kaputtes Hüftgelenk sollte nur so viel Kilogramm Hund mit sich rumschleppen, wie unbedingt notwendig.  Gerade wegen der Hüftdysplasie empfiehlt sich dringend, einen Labrador Welpen bei einem guten Züchter auszuwählen und zu kaufen. An diesem Punkt sollte man keine Kompromisse eingehen und den Züchter auch gezielt ausfragen, wie er den meint verhindern zu wollen, dass seine Welpen HD haben bzw. entwickeln. Wobei auch ein guter Züchter keine absolute Garantie ist, niemals HD-probleme zu bekommen. Denn Genetik ist nur eine Ursache für kaputte Hüfte.

Weitere gesundheitliche Probleme beim Labrador

Der Labrador Retriever kennt noch einige andere gesundheitliche Probleme: Hüftgelenkdysplasie, Osteochondrosis, PRA, Katarakt, Retinadysplasie, Labrador-Myopathie, EIC

Probleme, Probleme? Gegen diese kann man aber was tun:

Bei der Haltung und Erziehung des Labradors gibt es weniger große Probleme, hat dieser Hund doch den sogenannten Will top lease, den absoluten Willen zu Gefallen und es seinem Menschen Recht zu machen. Aber zwei Probleme können sich daraus ableiten:

  • Einige Menschen denken, dass dieser Will to lease bedeutet, dass der Labrador ein eingebautes Erziehungsprogramm hat und sich praktisch alleine zu einem tollen Hund erzieht. Das ist meist nicht so. Er braucht schon Anleitung.
  • Der Hund möchte auch Gelegenheit haben zu Gefallen. Er muss also artgerecht beschäftigt werden. Ansonsten sucht er sich seine Beschäftigung gerne auch selbst und das hat dann im Regelfall nichts mehr mit einem Will to Please oder Gefallen wollen zu tun (Zerstörung und Verwüstung können hier passendere Worte sein, je nach Charakter des jeweiligen Labradors).

 

 

Mehr Informationen über Labradore gibt es hier:

Labrador Club Deutschland

Labrador Club Deutschland e.V. (LCD, Mitgliederverein im VDH), gegründet 1984. Betreibt neben der Webseite labrador.de auch noch lcd-labrador.de.

VDH Rasselexikon Labrador Retriever

Labrador Deckblatt RassestandardNatürlich findet sich auch im VDH Rasselexikon ein Eintrag zum Labrador Retriever. Dort erfährt man alles Notwendige zum Hund. Ein kurze, knappe, aber eben umfassende Vorstellung dieser wunderbaren Hunderasse. Außerdem hat man dort die Möglichkeit den FCI Rassestandard herunterzuladen.

Der Labrador

Der-labrador.de – Umfassend aufgebaute Webseite über den Labrador. Herkunft, Zuchtgeschichte, was darf der Labrador fressen, Labrador Kalender und und und. Einfachmal auf der Labrador vorbeischauen.

Der Labrador - Informationen und mehr.

FCI Federation Cynologique International

Labrador Retriever beim FCI

Den Rassestandard zum Labrador gibt es natürlich auch beim FCI. Rassestandard 122. Labrador Retriever.